Traumatherapie

Trauma und Körpererinnerung

Jede schwere körperliche oder emotionale Verletzung oder Belastung, der ein Mensch hilflos oder ohnmächtig ausgesetzt ist, kann ähnlich wie traumatische Erlebnisse Hilfe bei der Verarbeitung erfordern. Problematische Lebensereignisse wie schwere Krankheiten, chronische Schmerzen, Verletzungen, medizinische Eingriffe, Umweltkatastrophen und Kriegsgeschehen können zu Traumatisierungen beitragen, die selbst nicht mehr zu bewältigen sind. Diese Traumata werden im Körper gespeichert.

Ist unser Körper einer überwältigenden bedrohlichen Situation ausgeliefert, reagiert er zunächst mit dem Kampf-Flucht-Reflex, das heißt mit einer starken Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Ist Kampf oder Flucht nicht möglich, bleibt dem Organismus nur noch der Totstellreflex, also ein Zustand der Erstarrung und Lähmung, der mit einer extremen Blockierung des sympathischen Nervensystems verbunden ist. Der Kern der Reflexsteuerung befindet sich dem Bewusstsein unzugänglich tief im Hirnstamm. Er liegt außerhalb unserer bewussten Kontrolle, so wie die Atmung, der Blutkreislauf und das Verdauungssystem.

Bei Traumatisierung bleibt die Verarbeitung des überwältigenden Ereignisses auf der Ebene der Reflexe, das heißt in den tieferen Hirnstrukturen "stecken". Das Erleben der Bedrohung wird hier sozusagen eingefroren und ist ohne Unterstützung für unser Bewusstsein nur schwer veränderbar. Man kann eine Traumatisierung als biologisch unvollendete Reaktion verstehen, die sich auf körperlicher Ebene in Form somatischer Beschwerden ausdrücken kann.

Ich arbeite nach den Methoden der Somatischen Traumatherapie (nach Peter Levine) und Brainspotting (David Grand).

Brainspotting

Brainspotting ist ein körperzentrierter Ansatz. Es ist eine sehr zielgerichtete Behandlungsmethode, um die zentralen neurophysiologischen Quellen emotionalen oder körperlichen Schmerzes, von Trauma, Dissoziation und einer Reihe anderer Symptome zu finden, zu verarbeiten und zu lösen. Demnach leistet Brainspotting beides gleichzeitig, Diagnostik und Behandlung.

Ein Brainspot kann über die Augenposition, die mit der Aktivierung des traumatischen oder emotional geladenen Themas im Gehirn einhergeht, gefunden werden. Diese Aktivierungen liegen typischer Weise in der Amygdala, dem Hippocampus oder dem orbitofrontalen Cortex des lymbischen Systems. Ein Brainspot bietet assoziativen Zugang zu einem neuronalen Netzwerk, das emotionale Erfahrungen als Gedächtnisinhalte speichert. Brainspotting wirkt auf die tieferen Hirnstrukturen und im Körper durch seinen direkten Zugang zum autonomen und lymbischen System des Zentralnervensystems. Es ermöglicht einen Zugang bis auf die Reflexebene und löst dort das Trauma auf. Brainspotting legt das Trauma im Kern frei, das Symptom, die körperliche Belastung und die Verbindung zu dysfunktionalen Überzeugungen.

Brainspotting ist ein physiologisches therapeutisches Instrument, das in eine Reihe von Behandlungsansätzen integriert werden kann. Brainspotting bietet einen neurobiologischen Zugang zu verschiedenen somatischen oder emotionalen Problematiken. Es kann effektiv und effizient eingesetzt werden zur Unterstützung der Rehabilitation nach Unfalltrauma, bei Trauma nach medizinischen Eingriffen, bei Stress und traumabezogenen somatischen Krankheiten, Trauma nach Kriegsgeschehen und Naturkatastrophen, Aggressionsproblematiken, Ängstlichkeit und Panik und beim Umgang mit schweren Erkrankungen.

David Grand, Ph.D., entdeckte und entwickelte Brainspotting. Für weitere Informationen besuchen Sie seine Webseite